Schwarzwaldwoelfin
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Nino - angekündigt :)

Ja, die Sache mit unserem Neuzugang Nino ...

 

Es war im Dezember 2023. Ich fühlte mich eigentlich noch nicht bereit für einen neuen Hund. Die Trauer um Queri sass noch zu tief in meinem Herzen - wie auch heute noch. Aber ich hatte wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Wie so oft zappte ich mich durch die unzähligen Tierschutzmeldungen und las über das Schicksal so vieler Tiere. Immer mal wieder fiel mir einer besonders ins Auge ... ich überlegte, zeigte ihn auch Danny ... verwarf den Gedanken an einen Neuzugang dann aber wieder und scrollte weiter. Bis auf ... ihn ... ja ... bis auf Nino.

 

Und dieses Mal war es tatsächlich nicht ich, die den Anstoß dazu gab, sondern Danny. Wer Danny kennt, weiß, er ist eigentlich kein Mensch solcher Entscheidungen. Und eigentlich wollte er auch keinen weiteren Hund, solange Zuy noch bei uns ist. Aber er war es, der mir dann Nino wiederholt zeigte und von dem kleinen Mann geradezu schwärmte. Gut, ich sah ihn mir auch nochmal an und nochmal und nochmal und zögerte ... konnte ich das schon ... war er der richtige für uns?  Alles in meinem Leben ist immer wieder mehr als ungewiß .. ständig Arbeitsstellen, die kaum erträglich sind und somit keine sichere Einkommensquelle darstellen und auch sonst viele Unruhen um mich herum.

Aber da sass er ... der Nino ... und sah mich an ... mit nur einem Auge ... der rumänischen Tötung entflohen. Nun ja ... sagte ich ... soll ich mal Kontakt aufnehmen? Danny stimmte sofort zu und so schrieb ich die Pflegestelle an.

Und dann fiel mir nach und nach immer mehr von dem ein oder auf, was dann letztendlich die Klarheit brachte, dass Nino zu uns gehörte.

 

Zunächst erinnerte ich mich daran, dass unser Corta bei seinem Heimgang gesagt hat, dass er wieder kommen wolle und ich ihm gesagt habe, dass er da noch eine Weile warte müsse. Ich gab ihm zu verstehen, dass er erst zurückkommen könne, wenn Queri mal nicht mehr ist, weil Queri jetzt - genau wie alle anderen auch - meine ganze Aufmerksamkeit und Liebe braucht.

An dem Tag, an dem Queri dann über die Regenbogenbrücke ging, lief ich morgens mit Zuy unsere Gassistrecke. Plötzlich öffnete sich das hohe Gras am Wegesrand und ein Fuchs kam heraus und überquerte vor uns den Weg.

Ich erzählte es zuhause Danny und war mir sicher ... das war wieder einmal eines dieser Zeichen. Und nun sah ich Nino an, von dem ich beim ersten Blick zu Danny sagte: Er sieht aus wie ein Fuchs ... Ja, Queri hat es mir ja noch gezeigt, ehe er diese Welt verlassen hat. Er hat mir einen Fuchs angekündigt ... Damals wußte ich gar nicht, was das bedeuten sollte.

 

Dann kam noch ein weiterer Hinweis dazu. Ich kramte irgendwo in einer Schublade mit Hundesachen und mir fiel der kleine Minipullover von Corta in die Hände, den er an hattte, als wir ihn damals am Flughafen aus Spanien abholten. Eine handvoll Hund ... ich nahm ihn und sagte zu Danny: Du, da muss doch irgendwo noch ein Teddybär liegen. Dem könnte der Pulli gerade so passen. Ich suchte das Plüschtier und zog ihm den Pullover an. So etwas habe ich nie getan ... dann zeigte ich ihn Danny und der sah mich an und sagte: Schau mal ... dem fehlt auch das rechte Auge ...

 

Ja, so fügte sich eines zum anderen und danach war klar, Nino gehörte zu uns.

Klarer ging es ja wieder einmal nicht. So starteten wir kurze Zeit nach Freiburg, um ihn auf seiner Pflegestelle zu besuchen und entschieden uns dann nochmal klar und eindeutig für ihn.

 

Nino zeigte sich von einer tadellosen Seite. Er war brav und wollte gefallen und ich äußerte mich schon gleich am Anfang, dass ich meine, dass er sehr traumatisiert sei. Aber alle widersprachen mir und meinten: Ach nein, der war sicher in einer Familie ... er läuft an der Leine und kennt schon alles. Ich blieb bei meiner Meinung, dass Nino das alles tut, weil er nicht auffallen möchte ... weil er Angst hat ... weil er sich schnell anpassen will, damit ihm nichts geschieht.

 

Inzwischen ist das auch sichtbar geworden. Er hat Schwierigkeiten, die ich noch nicht ganz einzuschätzen vermag, aber hoffe, ihm irgendwann noch besser helfen zu können. Auch humpelt bzw. hüpft er und keine Unterschung und auch viele Termine beim Osteopathen haben keine Besserung gebracht. Wir vermuten, dass da entweder Gewalt oder ein Unfall dahinter stecken, da eine Seite von ihm wie verkürzt erscheint. Es ist auch die Seite des fehlenden Auges ...

 

Ich werde - wie immer - alles geben und versuchen, ihm das Leben so schön wie möglich zu machen ... vor allem, ihn vor jeglichem Leid zu schützen.